Die wichtigsten nuklearmedizinischen Messgeräte im Überblick:
Gammakameras
Eine Gammakamera besteht im Wesentlichen aus einem Szintillationskristall und einem Computersystem. Während mit dem Szintillationskristall, das im sog. Kamerakopf untergebracht ist, die radioaktive Strahlung aufgespürt werden kann, wertet das Computersystem die räumliche Verteilung bzw. den zeitlichen Verlauf der gemessenen Strahlung aus. Die Abbildung 1 zeigt den schematischen Aufbau einer solchen Gammakamera.
Die Gammakamera macht es möglich die räumliche Verteilung in einer statischen Aufnahme bzw. den zeitlichen Verlauf in dynamischen Aufnahmen darzustellen. Je nachdem, ob es sich um eine Ein-, Zwei- bzw. Dreikopfkamera handelt, verfügt die Gammakamera dementsprechend über einen oder mehrere Detektorköpfe. Die besagten Köpfe können neben planaren Bildern, welche die Verteilung der Aktivität nur aus einer einzelnen Ebene darstellen können, auch um den Patienten selbst rotieren. Im Anschluss daran wird die räumliche Verteilung unter Verwendung eines Computerprogramms in 3D rekonstruiert, sodass man sie aus drei Schnittebenen betrachten kann: SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography).
Positronen-Emissions-Tomographie -Scanner und Koinzidenzkameras
Positronenstrahler können mit Hilfe von Positronen-Emissions-Tomographie (PET)-Scannern (meist der radioaktive Zucker Fluor-18-Desoxyglucose, FDG) dargestellt werden. Dadurch, dass die Strahlung in einem 180° Winkel in entgegengesetzte Richtungen abgegeben werden kann ist die räumliche Auflösung viel besser, außerdem können viel kleinere Strukturen dargestellt werden. Zusätzlich zu den PET-Scannern, welche aus einem Ring verschiedener Detektoren bestehen, finden auch Koinzidenzkameras häufige Verwendung. Bei diesen befinden sich die Detektoren allerdings nur in zwei oder drei rotierenden Köpfen.
Nuklearmedizinische Kameras mit integrierter Transmission und Bildfusion
Seit nicht allzu langer Zeit gibt es Geräte auf dem Markt, deren nuklearmedizinische Kamera eine qualitativ hochwertige Transmissionsquelle bzw. einen Computertomographen integriert hat. Unter Verwendung besagter Scanner kann die Lage von pathologischen Herden sehr genau räumlich bestimmt werden
Andere Messgeräte
Weitere Messgeräte sind beispielsweise die sog. Gamma-Sonden und die Gamma- bzw. Betacounter. Die Gamma-Sonden werden vor allem dazu verwendet, den “Wächterlymphknoten” aufzuspüren, nachdem eine peritumoraler Gabe von Tc99m markiertem Kolloid intraoperativ erfolgt ist. Die Gamma- bzw. Betacounter dienen der Bestimmung von Radioaktivität in Messproben (z. B. Blut oder Serum), mit Hilfe von Uptake Messplätzen wird der prozentuale Wert der angewendeten Aktivität, der in einem Organ zu einem bestimmten Zeitpunkt enthalten ist, gemessen.